Wird der Goldmarkt wirklich manipuliert?

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Es gibt einen feinen Unterschied zwischen Intervention (in den meisten Fällen durch Regierungen, resp. politische Intervention) und Manipulation (als negativeren Deutung von “Einflussnahme“). Die Tatsache, dass Zentralbanken massiv in den Bondmärkten (z.B. über quantitative Lockerung) und bei den Währungen (z.B. beim Schweizer Franken oder dem Renminbi) intervenieren und dass Preise auf das Komma genau gesteuert werden, ist offiziell bekannt und wird als legitim angesehen. In vielen Fällen ist der freie Preisfindungsprozess folglich ein Mythos.

Angesichts der Charakterisierung von Gold als sicherem Hafen ist offensichtlich, dass ein steigender Goldpreis schwindendes Vertrauen ins Finanz- und Währungssystem signalisiert. Es ist gleichermaßen selbstredend, dass weder Zentralbanken noch Politiker ein Interesse daran haben, den Goldpreis in großem Umfang steigen zu sehen, denn dies würde sogar unter den fast blindesten und staatsgläubigsten Marktteilnehmern Zweifel aufkommen lassen. Aus dieser Perspektive erscheinen die Motive für das “Preismanagement“ klar und plausibel. Es wäre somit naiv Interventionen im Preisfindungsmechanismus bei Gold auszuschließen.

Was die meisten Marktteilnehmer einst als plumpe Goldbug-Verschwörungstheorie ansahen, ist nun zur Gewissheit geworden: die Edelmetallmärkte, insbesondere die Gold- und Silberpreise, wurden durch große Banken systematisch manipuliert. Dies wurde am 13. April 2016 bestätigt, als Reuters berichtete, dass die Deutsche Bank in einem Prozess über Silberpreismanipulation einen Vergleich erwirkt hatte. Einen Tag später gab es eine ähnliche Bekanntmachung im Zusammenhang mit der Goldpreismanipulation. In beiden Fällen bezahlte die Deutsche Bank eine Strafe und versprach dabei zu helfen, andere in dem Programm involvierte Banken preiszugeben, indem Sofortnachrichten und andere elektronische Kommunikation unter den Manipulatoren weitergegeben werden. Die anderen beteiligten Banken waren die Bank of Nova Scotia, Barclay’s Bank, HSBC und Société Générale.

Anomalien im Goldhandel waren schon seit geraumer Zeit zu beobachten. Vornehmlich während des Nachmittags-Fix in London kam es in der Vergangenheit zu unverhältnismäßigen Preisrückgängen. Dieses “Phänomen“ wurde unter anderem von Rosa Abrantes Metz und Albert Metz nachgewiesen, welche eine Studie über die gefundenen Indikationen illegaler Preisabsprachen seit dem Jahr 2004 veröffentlichten. In diesem Zusammenhang ist es recht erstaunlich, dass eine fünf Jahre dauernde Untersuchung der US Commodity Futures Trading Commission (CTFC), welche 2013 zum Abschluss gebracht wurde, keinerlei Belege für Manipulationen des Silbermarktes durch große Banken fand.

Man sollte jedoch nicht annehmen, dass die Gold- und Silbermärkte nach dem Vergleich der Deutschen Bank wieder gänzlich frei von Manipulationen sind. Der Vergleich bezog sich nur auf die Manipulation des Gold- und Silberfix. Dies scheint aber nur die Spitze des Eisbergs der Marktmanipulation zu sein. Der Futureshandel an der COMEX ist in diesem Zusammenhang offenbar weitaus wichtiger.

Zusammenfassung

Finanzrepression ist ein historisch fortlaufender Prozess. Sobald Regierungen nicht mehr in der Lage sind ihre Ausgaben mit vorhandenen Mitteln zu decken, greifen sie immer in die Werkzeugkiste zur Finanzrepression. Angesichts der Ausweglosigkeit der heutigen Situation, in welcher die Schuldenberge schon längst jenseits der Nachvollziehbarkeit und strukturelle Defizite offensichtlich sind, müssen Sparer vorsichtig sein. Was können Investoren tun? Sie sollten sich eingestehen, dass ihr Vermögen bedroht ist und sich Informationen über potenzielle Alternativen beschaffen.

Bernd M. Schmid (Finanz Punk)


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